11.01.2010 - BUDENHEIM
Von Mathias Schubert
HANDBALL Oberligist zieht in den DHB-Pokal ein
Handball-Regionalligist TV Nieder-Olm hat das Abonnement für die Qualifikation zur ersten Hauptrunde des DHB-Pokals wohl endgültig an die SG Saulheim verloren zu haben. Durch einen 34:29 (16:14)-Sieg entschied der Oberligist das Ausscheidungsturnier des Rheinhessischen Handballverbandes wie bereits im Vorjahr für sich und löste somit das Ticket zur Teilnahme am Bundespokal.
Die Partie der aktuell vermeintlich stärksten Handballvereine Rheinhessens hielt jedoch nicht, was sie versprach. Nachdem sich der TV in der Gruppenphase gegen den HC Gonsenheim (24:17) und die TG Osthofen (27:18) keine Blöße gegeben und sich auch Saulheim gegen die Sportfreunde Budenheim (17:16) und die HSG Rhein-Nahe (33:11) durchgesetzt hatte, kam es zum Duell zwischen dem Zwölften der Regionalliga-Südwest und dem Spitzenreiter der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Als hätten die Fans geahnt, was für ein langweiliges Spiel sie erwarten würde, hatten sich nur 100 Zuschauer in der Budenheimer Waldsporthalle eingefunden.
Beiden Teams merkte man die Winterpause an, so spielten sie zunächst auf schwachem Niveau. Das Schiedsrichter-Gespann sorgte durch einige fragwürdige Entscheidungen für Aufreger auf beiden Seiten. So kassierte Saulheim Mitte der ersten Halbzeit innerhalb von achtzig Sekunden zwei Rote Karten. Während Frederik Schumacher nach einer übertriebenen Abwehraktion zu Recht vom Platz musste, war der Platzverweis für den bis dahin glänzend aufgelegten Torhüter Sascha Radewald nach einem Zusammenprall mit Tino Stumps zweifehalft. Nieder-Olm verpasste es jedoch, daraus Profit zu schlagen und geriet zunehmend ins Hintertreffen. "Die beiden Platzverweise haben Saulheim noch zusätzlich motiviert", analysierte TVN-Trainer Holger Kienast. Durch den Treffer von Benjamin Venter zum 30:24 war die Partie bereits zehn Minuten vor Schluss entschieden. "Wenngleich das ein seltsames Spiel war, haben wir nicht unverdient gewonnen. Nach den Roten Karten haben meine Spieler Moral bewiesen", freute sich Saulheims Trainer Karl-Peter Kilz, der auf ein attraktives Los bei der Auslosung zur ersten Pokalrunde hofft. Beinahe wäre für Saulheim in der Gruppenphase Endstation gewesen. Denn hier gewannen sie knapp (17:16) gegen den anderen rheinhessischen Regionalligisten Sportfreunde Budenheim, bei dem Martin Reuter sein Trainer-Debüt feierte. "Wenn wir uns in der Abwehr cleverer angestellt hätten, wären wir als Sieger vom Platz gegangen", so Reuter, dessen Engagement unabhängig vom Ligaverbleib auch über die Saison hinaus fortgesetzt wird.
Finale, SG Saulheim: Radewald, Stengel; Jung (3), Herberg (3), Schuhmacher (3), Venter (8/3), Vuletic (8), Ickenroth (3), Höfer (6/1), Schirra, Rürup.
TV Nieder-Olm: Böhm, Schmidt (6), Gramlich (5), Kundel (4), Fleckenstein (10/4), Stumps (2), Laufersweiler (1), Gaubatz (1), Räder, Frommann, Stauder.
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| Die Saulheimer lassen sich nach getaner Arbeit von ihren Anhängern feiern.hbz/Kristina Schäfer |
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