OBERLIGA Abteilungsleiter Edwin Walldorf sieht die SG Saulheim noch nicht als Meister
Mit drei Punkten Vorsprung führt die SG Saulheim die Handball-Oberliga der Männer an. Vor Beginn der zweiten Halbserie am kommenden Wochenende äußert sich Abteilungsleiter Edwin Walldorf sehr zurückhaltend, wenn die Rede auf das Wort "Meisterschaft" kommt. Beim Fast-Meister der beiden zurückliegenden Jahre, der in der laufenden Runde Trainer Martin Reuter durch Karl-Peter Kilz ersetzte, ist der Aufstieg in die dritte Liga eine Option, die vorbereitet wird.
Herr Walldorf, wird Martin Reuter in dieser Runde wieder für die SG spielen?
Im Moment ist er in Budenheim angestellt. Das habe ich in der AZ gelesen. Insofern stellt sich die Frage nicht. Wir wünschen ihm viel Glück bei seinem neuen Engagement.
Sie hatten demnach keinen Kontakt mehr?
Relativ wenig. Er war ja die ganze Zeit verletzt.
Anderes Thema: Wann, denken Sie, ist die Meisterschaft entschieden?
Meister sind wir doch schon - Meister der Hallensanierung. Was die SG da geleistet hat, das war sensationell. Was die Meisterschaft in der Oberliga anbelangt, muss man feststellen: Es ist noch die gesamte Rückrunde zu spielen. Unsere Ausgangslage ist günstig, aber bis zum Saisonende kann noch viel passieren. Wir müssen erst einmal sehen, wie die Rückrunde läuft.
Angenommen, der Aufstieg in die dritte Liga wird Wirklichkeit. Wäre die Aufgabe mit dem gegenwärtigen Kader zu stemmen?
Man muss vorsichtig sein, dass mit der Frage nicht der Eindruck entsteht, wir sähen uns schon als Oberliga-Meister.
Die Frage ist im Konjunktiv formuliert ...
... wir müssten sicher für die eine oder andere Position Spieler ansprechen. Auch, weil einige Spieler der heutigen Mannschaft bereits signalisierten, dass ihnen der Aufwand in der dritten Liga zu groß wäre. Die Lücken müssten wir schließen.
Ist zu befürchten, dass Saulheimer Spieler am Ende der Runde in Richtung Budenheim abwandern?
Sie meinen wegen Martin Reuter? Die Gefahr sehe ich jetzt nicht.
Der Deutsche Handball-Bund krempelt sein Liga-System massiv um. Auch in der kommenden Runde ist mit einem verschärften Abstieg in einzelnen Klassen, darunter der neuen Dritten Liga, zu rechnen. Lohnt sich da, in dieser Saison aufzusteigen?
Für die SG stellt sich die Situation folgendermaßen dar: Die Mannschaft will aufsteigen. Der Trainer will aufsteigen. Und wir als SG Saulheim würden die finanzielle Herausforderung annehmen - wohl wissend, dass wir vor einer sehr schweren Spielzeit stünden.
In welchem Umkreis halten Sie die Augen nach neuem Personal offen?
Schon in Rheinhessen gibt es Spieler, die sehr interessant sind. Denen ich das Niveau zutraue, dass sie uns in der dritten Liga helfen könnten.
Die Substanz wird aber dünner, je höher die SG Saulheim klettert ...
... deshalb tun wir auch sehr viel in der Nachwuchsarbeit, um eigene Spieler heranzubilden. Wir bauen vorrangig auf unsere eigene Jugend. Deutlich wird das beispielsweise in der Verpflichtung von Eric Abel, der sich in der ablaufenden Saison um die B-Jugend kümmerte. Neben seiner Vita dokumentiert der A-Trainer-Schein seine Kompetenz.
Wo liegt Ihres Erachtens die Stärke der SG Saulheim?
In der starken Identifikation unseres Publikums mit dem Handball in Saulheim. Die beruht in erster Linie auf der Verbindung der Zuschauer mit den meisten Spielern. Sie kennen sie aus der Nachbarschaft - oder kennen jemand, der sie wiederum kennt. Das ist auch der Grund, weshalb wir uns so intensiv in der Nachwuchsarbeit engagieren. Wir müssen Eigengewächse in die Mannschaft integrieren, um der Identität und dem Charme der seit Jahrzehnten gewachsenen SG gerecht zu werden.
Das Gespräch führte
Claus Rosenberg
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| Edwin Walldorf ist Abteilungsleiter der SG Saulheim.Archivfoto: AS |
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