Von Andreas Riechert
OBERLIGA Debüt in der sanierten Saulheimer Sporthalle endet mit ärgerlicher Niederlage
Herber Rückschlag für Titelaspirant SG Saulheim in der Handball-Oberliga: Im ersten Heimspiel in der sanierten Ritter-Hundt-Sporthalle unterlagen die Gastgeber Kellerkind HSG Biewer/Pfalzel nach einer enttäuschenden Leistung verdient mit 29:30 (16:17) und verschenkten somit leichtfertig zwei wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft.
Die letzte SG-Aktion des Spiels stand dabei symptomatisch für einen über weite Phasen der Partie fahrig wirkenden Auftritt der Saulheimer, die sich ihre vermeidbare Niederlage gegen die Trierer in erster Linie selbst zuzuschreiben hatten. Nachdem das Reuter-Team rund 20 Sekunden vor der Schlusssirene in Ballbesitz gelangte und mit einem überlegten Angriff zumindest noch den Ausgleich hätte erzielen können, wollte Benjamin Venter das Remis mit einem Gewaltwurf erzwingen und feuerte den Ball völlig überhastet über die Latte. Die zu diesem Zeitpunkt noch verbleibenden 15 Sekunden Spielzeit verstrichen ungenutzt, die SG-Pleite war endgültig besiegelt. "Das war bezeichnend. Wir haben in diesem Moment zwei Kreisläufer auf dem Feld und anstatt den Angriff auszuspielen, werfen wir nach dem zweiten Ballkontakt direkt aufs Tor", haderte Spielertrainer Martin Reuter, der aufgrund seiner Rückenprobleme erneut zum Zuschauen verdammt war. Über den rätselhaft pomadigen, von einigen Höhen und vielen Tiefen geprägten Auftritt seiner Mannschaft zeigte sich der ehemalige Bundesliga-Profi zutiefst betrübt. "Wir haben vor dem Spiel gepredigt, dass wir von Anfang an hellwach sein müssen. Aber das war weder in der ersten noch in der zweiten Halbzeit der Fall", kritisierte Reuter. Vor allem die vielen, nur selten von Erfolg gekrönten Einzelaktionen der SG-Akteure waren dem Saulheimer Trainergespann sauer aufgestoßen. "Als Team und im Kollektiv sind wir stark. Das wissen die Jungs. Aber wenn man nicht als Mannschaft auftritt, wird es natürlich problematisch", benannte der Ex-Nationalspieler die offenkundigen Probleme der Hausherren.
Obwohl die SG auf jeder einzelnen Position zweifellos über die deutlich besseren Akteure als die aggressiv verteidigenden Gäste verfügte, gelang es den schläfrigen Saulheimern gegen Biewer/Pfalzel nur selten, ihr Potenzial abzurufen. Zwar kämpfte sich der Aufstiegsanwärter nach zwei erschreckenden Phasen mentaler Abwesenheit zu Beginn von Durchgang eins und zwei wieder ins Match zurück und verwandelte einen zwischenzeitlichen 6-Tore-Rückstand sogar in eine 28:27-Führung (50.), doch machten sich die vom starken Neuzugang Hendrik Höfer und einem mehrfach glänzend reagierenden Keeper Sven Stengel wachgerüttelten SGler ihre Aufholjagd am Ende wieder selbst zunichte. Abteilungsleiter Edwin Walldorf nahm daher kein Blatt vor den Mund: "Natürlich liegt und Biewer/Pfalzel einfach nicht. Aber das täuscht nicht darüber hinweg, dass derzeit einfach der Wurm drin ist."
SG Saulheim: Stengel, Radewald; Rürup (3), Höfer (9/5), K. Jung (1), Schuhmacher (4), Venter (7), Acker (2), Vuletic (2), Kröhle (1), Schirra, Herberg (beide nicht eingesetzt).
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