Von Claus Rosenberg
OBERLIGA SG Saulheim muss im Topspiel gegen die TSG Friesenheim II Schuhmacher ersetzen
Auch in der Not bleibt die SG Saulheim ihrer bodenständigen Philosophie treu: "Nein", sagt mit Karl-Peter Kilz der Trainer des Handball-Oberliga-Dritten vorm Spitzenspiel gegen die TSG Friesenheim II (Sa., 19.30, RHZ), "wir haben uns auf dem Spielermarkt nach keinem kurzfristigen Ersatz umgeschaut". Die verbleibenden sechs Spiele werden mit der dünn gewordenen Spielerdecke bestritten. Auch wenn es letztlich den ins Auge gefassten Aufstieg kosten sollte. Kilz: "Wir müssen nicht zwingend hoch. Die SG Saulheim ist ein gesunder Verein, bei dem die Zukunft nicht von einem Aufstieg abhängt."
Kilz ist mittlerweile nicht mehr um seinen Job zu beneiden. Fast kein Spiel vergeht, in dem sich kein Leistungsträger verletzt. Jüngste Beispiele: Markus Herberg, dem die Achillessehne riss. Und beim Remis in Osthofen erwischte es Freddy Schuhmacher, der sich einen Muskelfaserriss zuzog. "Seit acht Wochen geht das nun schon so", bestätigt der Sobernheimer, der inzwischen auf drei bis vier Spieler aus der Zweiten Mannschaft zurückgreifen muss. Trotzdem propagiert er Zuversicht: "Wir verfügen immer noch über das Potenzial, stark zu spielen", übt sich Kilz in ungebrochenem Optimismus. Was sollte er auch anderes tun?
Inzwischen wird auch das treue Saulheimer Publikum stutzig, warum es nicht mehr so rund läuft wie noch vor einigen Monaten, als die SG von einem Sieg zum anderen eilte. Verstehen kann Kilz das und verweist dann auf die Personalmisere: "Wir sind mit einem ganz dünnen Kader in die Runde gegangen. Das kann gut gehen - das muss aber nicht gut gehen". Trotzdem wünscht er sich, dass auch die Rumpfbesetzung begeisternden Handball spielt: "Das sind wir dem Publikum schuldig", sagt er und dann bricht wieder diese Aufbruchstimmung bei ihm durch, mit der er Müde munter machen kann: "Unsere Mannschaft ist heiß."
Theoretisch haben die Saulheimer trotz ihrer jüngsten Misserfolge noch alle Chancen, Meister zu werden. Nach der Partie gegen die TSG Friesenheim II (H) spielt das Kilz-Ensemble gegen den Geheimfavoriten Zweibrücken (A), Saarburg (H), Moselweiß (H), Homburg (H) und Irmenach (A). Das Restprogramm der anderen Titelkandidaten ist eher schwerer. An solchen Überlegungen beteiligt sich Kilz allerdings nicht: "Wir denken nur noch von Spiel zu Spiel und schauen dann, was am Ende rauskommt". Nur eine Hoffnung hegt er: Dass wenigstens Schuhmacher übernächste Woche wieder fit ist.
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