19.04.2010 - SAULHEIM
Von Claus Rosenberg
OBERLIGA Erste Heimniederlage seit 413 Tagen
Die Handballer von der SG Saulheim sind wieder mittendrin im Titelkampf der Oberliga. Zum einen, weil sie erstaunlicherweise das Topspiel beim SV Zweibrücken 34:31 (14:16) gewonnen haben. Zum anderen, weil der weiterhin vorne liegende Spitzenreiter TV Vallendar in Friesenheim nicht über ein 30:30 hinauskam. Wohl nur wenige hätten vor dem Handball-Gipfel in der Ignaz-Roth-Halle auch nur einen Heller auf einen Sieg der Saulheimer gewettet. Zu lang war die Verletztenliste, zu durchwachsen die Ergebnisse in den vergangenen Wochen und der Gegner in viel zu guter Form. Und doch stand am Ende die erste Heimniederlage der Zweibrücker seit 413 Tagen. Knapp, aber durchaus verdient, wie sogar die 64er bestätigten.
"Die Saulheimer haben sich als Einheit präsentiert, als Mannschaft überzeugt. Sonst sind Siege in Zweibrücken gar nicht möglich", bilanzierte SG-Coach Karl-Peter Kilz nach dem Coup in gewohnter Sachlichkeit. Vor allem in der Abwehr habe sein Team stark gestanden. Spätestens nach dem 13:13 kurz vorm Wechsel schlug sich das im Ergebnis nieder. Die Gastgeber, die nach der Niederlage ihre Ambitionen als Geheimfavorit beerdigten, überflügelten die Saulheimer nicht mehr. "Trotzdem war es bis zum Schluss eine ganz enge Kiste. Die Zweibrücker sind eine Mannschaft, die nie aufgibt", sah sich Kilz in seiner Ahnung bestätigt.
Die beiden Stammtorhüter Sven Stengel und Sascha Radewald verbrachten die Spielzeit wegen ihrer Verletzungen nahezu nur auf der Bank. In die Bresche gesprungen ist ihr Trainer Thomas Möbus. Er war der sichere Rückhalt hinter einer Abwehr, die Kilz wegen des angeschlagen ins Spiel gegangenen Freddy Schuhmacher verändert hatte. Den Part des Routiniers, der nur sporadisch in die Angriffsaktionen eingebunden wurde, übernahm Jan Schmidt. "Er hat die Rolle super ausgefüllt", lobte der sonst sehr zurückhaltende Trainer. Auch die Innenverteidiger Gerrit Rürup und Benjamin Venter verdienten sich im Hexenkessel von Zweibrücken Komplimente.
Der Ausfall von drei Leistungsträgern - Herberg, Höfer und Ickenroth - war allerdings nur zu kompensieren, weil die Mannschaft eng zusammenrückte und leidenschaftlich kämpfte. "Dafür ist sie zum Schluss belohnt worden", resümierte Kilz. Und es war nicht einmal das Glück notwendig, auf das der Trainer im Vorfeld gebaut hatte. "Wir haben verdient gewonnen. Und das macht auch ein bisschen stolz", sagte er.
SG Saulheim: Möbus, Radewald, Stengel, Schmidt, Walldorf, Rürup (7), Feddersen, K. Jung (1), Schuhmacher (2), Venter (7), Acker (4), Vuletic (5), Kröhle (8), Schirra.
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