10.05.2010 - SAULHEIM
Von Andreas Riechert
OBERLIGA Obwohl der Titel wahrscheinlich weg ist, lassen 400 Fans Mannschaft und Trainer hochleben
Für die Oberliga-Handballer der SG Saulheim ist der Traum vom Aufstieg in die Dritte Liga in weite Ferne gerückt. Obwohl das Kilz-Team seine Pflichtaufgabe gegen Absteiger TV Homburg souverän löste und die überforderten Saarländer vor rund 400 begeisterten Zuschauern beim 43:29 (21:11)-Heimerfolg förmlich demontierte, droht die SG die Saison zum dritten Mal in Folge als Vize-Meister abzuschließen.
Da Primus TV Vallendar mit dem 29:21-Erfolg über die HSG Irmenach auch die vermeintlich letzte Hürde aus dem Weg geräumt hat, sind die Saulheimer Chancen auf den Titelgewinn nur noch theoretischer Natur. Dass der Spitzenreiter am letzten Spieltag ausgerechnet gegen jene Homburger Federn lässt, die im Ritter-Hundt-Sportzentrum nichts anderes als ein chancenloser Spielball der SGler waren, erscheint in Anbetracht des schwachen Auftritts des Tabellenvorletzten mehr als unwahrscheinlich.
Dennoch war bei den Saulheimern von Tristesse und Depression nichts zu spüren. Mit einem bärenstarken Auftritt vor heimischem Publikum verabschiedeten sich die SG-Akteure von ihren treuen Anhängern, die beim stimmungsvollen Saisonausklang wieder in Scharen in die Halle geströmt waren. Urgestein Sven Stengel, der gegen den TVH seinen Ausstand gab und wie Gerrit Rürup, Jan Schmidt und Trainer Karl-Peter Kilz vor der Partie von den Abteilungsleitern Edwin Walldorf und Volker Hedderich offiziell verabschiedet wurde, zeigte sich sichtlich beeindruckt von der nicht enden wollenden Unterstützung der Fans, die ihn nach seiner Auswechslung in der 57. Minute mit stehenden Ovationen und Sprechchören feierten.
"Ich bin mit diesem Verein absolut verwachsen und es tut schon weh, jetzt zu gehen. Aber es war grandios, nach meiner Verletzung heute nochmal spielen zu können und ich habe jede Minute sehr genossen", sagte der Keeper, der neun Jahre im Kader stand und die Mannschaft davon sieben Jahre lang als Kapitän aufs Feld führte. Ein Comeback im Saulheim-Dress will Stengel in Anbetracht des Zusammenhalts im Team nicht ausschließen. "Momentan schaffe ich es vom Zeitaufwand her nicht mehr. Aber ich fühle mich super wohl hier und wenn das Feuer nt, fange ich sofort wieder an", ließ sich der SG-Rückhalt ein Hintertürchen offen.
Coach Karl-Peter Kilz, der nach der Partie auf die Tribüne kletterte und per Lautsprecher das obligatorische "Humba" anstimmte, zeigte sich derweil überzeugt, dass der verpasste Aufstieg die SG nicht zurückwerfen werde. "Aus sportlicher Sicht ist es schade, denn die Jungs hätten es verdient. Aber die Oberliga ist die optimale Klasse für den Verein. Da können sich auch die Zuschauer voll mit identifizieren."
SG Saulheim: Stengel, Radewald; Acker (10/3), Vuletic (4), Venter (4), Rürup (9), Schmidt, Kröhle (10), Schuhmacher (3), Schirra, Jung (1), Feddersen, Bach (2).
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| Mit verbissener Miene bahnt sich SG Saulheims Jan Schmidt den Weg durch die Homburger Wand mit Mike White (links) und Martin Möhrle (rechts). Gegen die völlig überforderten Saarländer landete der angehende Vizemeister einen Kandersieg.pa/Axel Schmitz |
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