12.04.2010 - SAULHEIM
Von Andreas Riechert
OBERLIGA Handballer schlagen im Spitzenspiel TSG Friesenheim II / Titel längst nicht abgehakt
Die fast schon abgeschriebenen Oberliga-Handballer der SG Saulheim haben im Kampf um den Regionalliga-Aufstieg ein deutliches Lebenszeichen von sich gegeben. Nach Wochen der Tristesse und vielen bitteren Punktverlusten bezwang der drittplatzierte Titelaspirant die Zweitliga-Reserve der TSG Friesenheim im Spitzenspiel überraschend deutlich mit 39:31 (21:13) und überzeugte dabei vor allem durch die Kardinaltugenden Kampfkraft und Geschlossenheit.
Der auch in dieser Höhe verdiente Erfolg gegen den unmittelbaren Verfolger aus Ludwigshafen, der vor der Reise ins Ritter-Hundt-Sportzentrum beeindruckende 18:2 Punkte in Serie eingefahren hatte, gab den kompakt agierenden Saul-heimern spürbar Auftrieb für die letzten fünf Partien der Saison. "Wir sind wieder mit dabei. Jetzt müssen wir in den verbleibenden Spielen unsere Hausaufgaben machen und dann werden wir sehen, was am Ende dabei rauskommt", schnaufte SG-Coach Karl-Peter Kilz erleichtert durch. Mit dem von Beginn an konzentrierten Auftritt seiner Mannschaft zeigte sich der Übungsleiter alles in allem durchaus zufrieden, auch wenn Kilz gerade im zweiten Durchgang zuweilen die spielerische Linie bei den Gastgebern vermisste.
"Am Anfang hat die Abwehr gut gestanden, vor der Pause haben wir dann ein paar Probleme gehabt. Es geht im Moment aber gar nicht darum, eine Meisterleistung abzuliefern, sondern darum, die Spiele zu gewinnen und wieder mehr Sicherheit zu kriegen", relativierte der Sobernheimer, dem nicht entgangen war, dass lediglich rund 150 Zuschauer den Weg in die SG-Heimstätte gefunden hatten.
In Anbetracht der Wichtigkeit der Partie eine große Ernüchterung für alle Beteiligten. Obwohl Kilz die Minuskulisse keineswegs überbewerten wollte, machte sich der Saulheimer Trainer dennoch seine Gedanken. "Die Resonanz war leider nicht so prickelnd. Das ist schade und ich habe keine rechte Erklärung dafür. Vielleicht wollten die Leute ja lieber Deutschland sucht den Superstar gucken und fanden das interessanter", äußerte Kilz eine nicht ganz ernst gemeinte Vermutung.
Konkreter wurde da schon SG-Chef Edwin Walldorf. "So wenig Zuschauer wie heute hatten wir schon lange nicht mehr. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen", befand Walldorf, der als Grund für die für Saulheimer Verhältnisse erschreckend geringe Resonanz eine Mischung aus personeller Misere und den zuletzt dürftigen Leistungen ausmachte. "Möglicherweise haben die Leute gedacht, dass die Spannung nicht mehr da ist. Aber das Spiel heute war ein klares Signal, dass die Mannschaft aus der Talsohle raus will."
SG Saulheim: Radewald, Stengel; R. Walldorf (1), Jung (5), Rürup (6), Schirra (4), Vuletic (3/1), Kröhle (4), Acker (10), Venter (4), Schmidt, Feddersen (3)
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| Benjamin Venter (links) biss sich gegen die TSG Friesenheim II (im Bild: Chris Klimek) durch. Genauso wie die gesamte Saulheimer Mannschaft, die im Spitzenspiel ihre jüngste Krise überwinden wollte. Dem Ergebnis nach scheint es gelungen zu sein.photoagenten/Axel Schmitz |
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