Vom 09.03.2009
Von
Andreas Riechert
SAULHEIM. Die SG Saulheim hat das Rheinhessen-Derby der Handball-Oberliga äußerst knapp für sich entschieden. In einem packenden, teils dramatischen Fight setzte sich der Tabellenführer letztlich überaus glücklich mit 25:24 (14:15) gegen den kampf- und spielstarken Aufsteiger TG Osthofen durch. Bis zwei Minuten vor Ende der Partie liefen die gastgebenden Saulheimer im Ritter-Hundt-Sportzentrum einem Rückstand hinterher, lagen zeitweilig gar mit vier Toren Differenz im Hintertreffen. Nach dem späten Ausgleich durch Frederick Schuhmacher sorgte SG-Spielertrainer Martin Reuter für den Endpunkt einer wahren Zitterpartie: Mit seinem Gewaltwurf aus dem Rückraum zum 25:24 - der erstmaligen Führung der Saulheimer während der gesamten Partie - sorgte der Ex-Profi fünf Sekunden vor Ertönen der Schlusssirene für ein kaum mehr für möglich gehaltenes Happy End seitens des Meisterschaftsanwärters, der über weite Strecken des Spiels fahrig und unkonzentriert wirkte: "Wir müssen sehen, dass wir in den nächsten Spielen wieder unsere Leistung bringen und anders auftreten. Wir brauchen wieder mehr Ruhe und Disziplin", umriss Reuter nach Spielende die gegen Osthofen zu Tage tretenden Mängel im SG-Spiel. Sie hatten sich bereits in der Vorwoche bei der unerwarteten Auswärtspleite in Bad Ems gezeigt.
"Das war heute mehr Krampf als Handball, spielerisch haben wir ganz wenig geboten", fand der Spielertrainer deutliche Worte. Dennoch, so Reuter, sei er natürlich froh, dass sein Team das hitzige Derby gegen den Rivalen aus Osthofen für sich entschieden habe: "Jeder Einzelne hat alles gegeben und gekämpft bis zum Umfallen. Etwas Glück und Geschick gehört manchmal auch dazu."
Dass die Saulheimer das Glück zu ihren Gunsten erzwingen würden, war allerdings lange Zeit nicht zu vermuten. Offensichtlich beeindruckt ob der Härte und Kampfkraft des bärenstarken, kompakten Teams aus Osthofen, wirkte die SG von Beginn an gehemmt. Überhastete Würfe aus der Distanz, missglückte Abspiele in der Vorwärtsbewegung und ein an diesem Tag nicht immer sattelfester Defensivverbund ermöglichten dem Gast aus Worms, sich immer wieder um zwei bis drei Tore abzusetzen.
Angetrieben von einem überragenden TG-Spielertrainer Leo Vuletic und einem blendend aufgelegten Schlussmann Hermann Pitthan - die beide früher das SG-Trikot trugen - , stellten die Osthofener den Tabellenführer vor erhebliche Probleme: "Die waren ein ganz, ganz starker Gegner heute und hätten den Sieg im Lokalderby genauso verdient gehabt wie wir", zollte SG-Coach Mischa Jung den enttäuschten Gästen größten Respekt für ihre couragierte Mannschaftsleistung. Da der Aufsteiger allerdings trotz des Lobes von Jung am Ende komplett leer ausging, zeigte sich Leo Vuletic entsprechend konsterniert: "Diese Niederlage ist sehr bitter für uns." Bis zum angestrebten Endziel Meisterschaft und Regionalliga-Aufstieg wartet auf die SG in den kommenden Wochen allerdings noch ein hartes Stück Arbeit - dies offenbarte das Derby vor abermals vollbesetzter Halle in aller Deutlichkeit.
SG Saulheim: Stengel, Radewald; Breitenbach, Reuter (3), Acker (1), Rürup (1), Bach, Jung (1), Herberg (1), Schuhmacher (3), Venter (4), Kröhle (5), Ickenroth (6/6).
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