Vom 26.01.2009
SAULHEIM. Mit "Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey" und Standing Ovations verabschiedeten 600 begeisterte Fans im Hexenkessel der Ritter-Hundt-Sporthalle ihre Mannschaft in die Kabine. Sie honorierten damit die fantastische Leistung des Tabellenführers der Handball-Oberliga: die SG Saulheim hatte soeben ihren hartnäckigsten Verfolger, die HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch, mit 29:17 (14:9) aus der Halle geschossen und sich damit für die einzige Niederlage der Hinrunde eindrucksvoll revanchiert.
VonKarsten Gerber
Zu keinem Zeitpunkt drängte sich auch nur einem der Zuschauer der Eindruck auf, dass irgendwas anderes als ein Sieg für die SG rausspringen könnte. Der Gast aus dem Hunsrück war in allen Belangen unterlegen und am Ende war nur noch zu entscheiden, wie hoch der Gegner nach Hause geschickt werden würde. Dass es aber so deutlich ausgehen würde, damit hatte auch das SG-Trainerteam Martin Reuter und Mischa Jung nicht gerechnet. "Wir haben im Hinspiel wahnsinnig unglücklich und knapp verloren", erinnert sich Reuter an das 29:30, doch mit einer solchen Demontage habe er nicht gerechnet.
Ausschlaggebend für den Sieg war eine überragende Abwehrleistung. Der Innenblock um Reuter und den starken Markus Herberg machten nach anfänglichen Abstimmungsproblemen jegliche Offensivbemühungen der Gäste zunichte und es drängte sich der Eindruck auf, dass die HSG zeitweise nicht wusste, was sie machen sollte. Zu dicht standen Reuters Mannen und bildeten ein Bollwerk, das auch den raffiniertesten Spielzug der Hunsrücker im Ansatz erstickte. "Wir haben heute prima verschoben", sagte Reuter, "und so hinten alles dicht gemacht." Was dann doch aufs Tor kam, konnte Keeper Sven "Moon" Stengel meistens entschärfen und verdiente sich ein Extralob des Trainers. Er trug mit seinen Paraden einen großen Teil zur besten Abwehrleistung der Saison bei.
Der Beginn der Partie ließ allerdings keineswegs auf den Ausgang schließen: die SG lag schnell mit 0:2 und 2:4 hinten, Chancen bei Tempogegenstößen wurden leichtfertig vergeben und Siebenmeter verworfen. Auch die Manndeckung gegen den Saulheimer Spielertrainer warf das Konzept des Gastgebers anfangs durcheinander. "Wir waren am Anfang noch etwas nervös", sagte Reuter, "hatten da wohl noch zu viel Respekt und das Hinspiel im Kopf."
Da die SG die einfachen Chancen nicht verwertete, nahmen sie sich eben die schweren zur Brust. Ab der zehnten Minute drehte der Rückraum auf und Benjamin Venter, Kristian Jung und Freddy Schumacher hämmerten das Leder ein ums andere Mal über die HSG-Abwehr ins Tor. Diese bekam die sprunggewaltigen Hausherren zu keinem Zeitpunkt in den Griff und verlor langsam aber sicher die Kontrolle. Vier Tore in Folge drehten die Partie zum 6:4 und ab dann gab der Tabellenführer das Spiel nicht mehr aus der Hand. Schon beim 14:9-Halbzeitstand war klar, dass Irmenach-Coach Igor Domaschenko ein kleines Wunder herbeizaubern müsse, um die heißgelaufenen Saulheimer noch in die Schranken weisen zu können. Das Wunder blieb aus, die SG ließ nichts mehr anbrennen. Der Vorsprung wurde immer deutlicher und Irmenach begann einzubrechen. Beim 24:15 packten Reuter´s Jungs auch noch ein paar Zauberkunststücke aus: wunderschöne Kreisanspiele, Pässe hinter dem Rücken zeugten von der Dominanz des Gastgebers.
SG Saulheim: Radewald, Stengel - Breidenbach, Reuter (2), Acker (2), Rürup (3), Bach, Jung (5), Herberg (1), Schumacher (6), Venter (7), Kröhle (2), Schmidt, Ickenroth
| < Zurück | Weiter > |
|---|













