Oberliga-Spitzenreiter besiegt Letzten aus Kuhardt am Ende klar 37:13
Vom 06.04.2009
SAULHEIM. Absolut ungefährdeter Pflichtsieg für die SG Saulheim in der Handball-Oberliga: Gegen das sieg- und punktlose Tabellenschlusslicht TSV Kuhardt kamen die Mannen um Spielertrainer Martin Reuter im Schongang zu einem klaren 37:13 (13:6)-Heimerfolg.
Von
Andreas Riechert
Trotz des deutlichen Ergebnisses im Ritter-Hundt-Sportzentrum war dennoch längst nicht alles Gold, was glänzte. Zwar stellte die Spielgemeinschaft mit lediglich 13 kassierten Gegentoren und einer Differenz von 24 Treffern gegenüber dem Gegner zwei neue Saisonbestmarken auf - doch zu behäbig, überhastet und langsam agierte der Spitzenreiter über weite Phasen der ersten Hälfte gegen den bereits als Absteiger feststehenden TSV, der zu keiner Phase Oberligaformat erreichte und konditionell bereits frühzeitig nachließ. "Unser erster Durchgang war heute absolut grottenschlecht, das muss man eindeutig so festhalten", kritisierte SG-Coach Mischa Jung sein Team nach Spielende. "In der Anfangsphase ist bei uns alles in die Hose gegangen, da stimmte die Körperspannung und Konzentration einfach nicht", beschrieb Jung ein an diesem Abend zumindest im ersten Abschnitt auch bei den Saulheimern erkennbares Phänomen, das häufig bei sportlichen Vergleichen zwischen David und Goliath festzustellen ist.
Für den Trainer des ambitionierten Meisterschaftskandidaten war der zunächst rätselhaft pomadige Auftritt der SG gegen einen arg limitierten Gegner reine Kopfsache: "Eine Mischung aus unnötiger Hast in Spielaufbau und Abschluss sowie den letzten fehlenden Prozentpunkten gegen einen vermeintlich leicht zu besiegenden Gegner", machte Jung in seiner schonungslosen Analyse als Hauptfehlerquellen der ersten 30 Minuten aus.
Und so kam es, dass die Saulheimer gegen den TSV Kuhardt - bei dem bestenfalls Torjäger Andreas Dudenhöffer und Routinier Ingo Hellmann höheren Ansprüchen genügten - äußerst schleppend in die Partie fanden. Nachdem der sichtlich unzufriedene Martin Reuter nach zehn Minuten das Parkett betrat und André Ickenroth die SG nach schönem Anspiel von Christoph Acker am Kreis erstmalig in Führung warf, rüttelte dann Gerrit Rürup den Titelaspiranten wach. Mit vier hintereinander erzielten Toren ließ Rürup seine Farben nicht nur auf 8:4 davonziehen (19. Minute), sondern riss die SG zudem aus ihrer Lethargie: "Da war endlich mal Dynamik bei uns drin, vorher war das nur Schlafwagenhandball", sagte Mischa Jung, der neben Gerrit Rürup auch die Leistung von Kristian Jung in Durchgang zwei ausdrücklich hervorhob.
So sorgte der Gelobte mit ebenfalls vier Toren am Stück schon früh nach Wiederbeginn mit dafür, dass die Saulheimer wie verwandelt aus der Pause kamen: "Es geht bei solchen Spielen wie gegen Kuhardt darum, konzentriert und schnell zu spielen. Das haben wir aber leider erst nach der Halbzeit gemacht", resümierte Martin Reuter, der mit der Saulheimer Leistung in den zweiten 30 Minuten dann überaus zufrieden war: "Wir wollten unbedingt mit erhobenem Haupt aus der Halle und mit einem positiven Gefühl in die Osterpause gehen. In der zweiten Hälfte hatten wir dann alle wieder Spaß am Handball." Gegen vollkommen unterlegene Gäste zeigte die SG nach der Pause endlich ihr wahres Gesicht.
SG Saulheim: Radewald, Stengel; Breitenbach (3), Reuter (2), Acker (7), Rürup (4), Bach (2), Jung (6), Herberg, Schuhmacher (2), Venter (3), Kröhle, Schmidt, Ickenroth (8).
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