„Das war heute schon zum großen Teil Kopfsache“, hatte SV-Coach Werner Ulbrich sogar etwas Verständnis für seine Spieler. „Es war klar, dass wir als eine Mannschaft mit hoher Angriffseffektivität von dieser Situation etwas mehr betroffen sind, als unser Gegner mit seiner kompakten 6:0-Abwehr“, bemerkte Ulbrich. „Gerade in dieser Hinsicht war das Samstagspiel allerdings ein echter Rückschritt gegenüber den letzten Spielen, als wir uns hinsichtlich der Effektivität kontinuierlich gesteigert hatten“.
Mit dem harzfreien Ball unterliefen den SVlern am Samstag insgesamt 28 Fehlversuche und 15 technische Fehler. Insbesondere in der Anfangsphase fanden die 64er überhaupt nicht zu ihrem Spiel, nach zwölf Minuten stand es bereits 7:2 für die Saulheimer, und diesem Rückstand liefen die 64er dann mal wieder ein ganzes Spiel lang hinterher.
„Mir tut es etwas leid, dass die Zuschauer heute wegen der Formalitäten keine Chance hatten, ein interessantes Spiel zu sehen“, ärgerte sich Ulbrich nach dem Schlusspfiff über die Tatsache, dass die pfälzer Schiedsrichter kein Harz zugelassen hatten, obwohl die Saulheimer normalerweise „harzen“ und sich beide Mannschaften eigentlich auch einig waren. Das Schiedsrichtergespann beharrte jedoch auf den Statuten – Saulheim konnte keine Genehmigung der Gemeinde vorlegen - und ließ die Gastgeber einen völlig harzfreien Ball suchen; das Oberligaspiel litt dann allerdings sehr unter diesen Rahmenbedingungen.
Nach dem 14:10 bei Halbzeit bzw. einem 18:13 in der 39. Minute hatten die 64er anschließend eine ganz starke Phase, in der sie vier Tore in Unterzahl erzielten und auf 18:17 heran kamen. „Als wir dann dran waren, wollten wir das Spiel zu schnell entscheiden“, bemängelte Ulbrich jedoch etwas die Ungeduld seiner Spieler. Vielleicht wäre es aber auch anders gelaufen, wenn Florian Noll beim Stande von 23:22 den von allen erwarteten Siebenmeter bekommen hätte, als er frei durch war und gefoult wurde.
Etwas konsterniert wegen dieser Situation verloren die 64er danach kurzzeitig ihre Linie und im Endeffekt auch das Spiel. Saulheim zog hier auf 28:23 weg.
Trotz einer doppelten Manndeckung gegen Hangen und Venter in der Schlussphase, vermochten es die 64er nicht mehr, dem Spiel noch eine Wende zu geben. „Meine Mannschaft hat trotz der widrigen Umstände bis zum Umfallen gekämpft“ lobte Ulbrich sein Team, gegen die körperlich deutlich überlegenen Gastgeber war unter den gegebenen Voraussetzungen schließlich allerdings nicht mehr drin, als die 30:26-Niederlage.
Auf einen Blick:
SV 64: Olli Gladen und Daniel Wenzel (ab der 22.) im Tor – Thommy Sauer 9/6, Marian Müler 4, Thorsten Bas 3, Torben Rixecker 3, Jan Braunhardt 2, Florian Noll 2, Andreas Birk 1, Eddi Tarrach 1, Jonas Denk 1 und Klaus-Peter Weinert.
Zeitstrafen: 14:10 min., rote Karte: Schumacher 41. (nach dritter Zeitstrafe), Siebenmeter: 4/2 – 6/6, Zuschauer: 230, Schiedsrichter: Armbrust/Freund (Rimbach/Mutterstadt)
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