Vom 03.12.2007
Reinfall gegen Rheintal: Die SG Saulheim hat die erste Heimpleite der Saison eingesteckt. Nach zehn Siegen in Folge unter Trainer Karl-Peter Kilz leistete sich die SG im Spitzenspiel eine schwache zweite Hälfte, in der die Gäste einen 14:16-Halbzeitrückstand in einen 31:28-Sieg umwandelten. Spielerisch war der SG viel zu wenig eingefallen.
VonVolker Schütz
,,Heute sind mehrere Faktoren zusammengekommen. Das ist wie bei einem Flugzeugabsturz. Da gibt es meistens auch nicht nur einen Grund." Saulheims Trainer Kilz fand nach der Partie markige Worte, um den ,,Absturz" seines in den vergangenen Wochen zum ,,Überflieger" mutierten Teams zu erklären. Weil die Enttäuschung tief saß, war Kilz nach dem letzten Gong zunächst zur Mannschaft in die Kabine geeilt, um gleich Aufbauarbeit zu leisten. Die SG hatte sich nämlich viel vorgenommen - und hatte fast genauso viel nicht in die Tat umgesetzt. Als der Flieger ins Trudeln geriet nach dem Wechsel, war fataler Weise die Brechstange ausgepackt worden, statt es gegen robuste und lautstark angefeuerte Gäste mit dem Florett zu versuchen. Viel zu hastig wurde der Abschluss gesucht, nicht erst nachdem der Gast in der 48. Minute mit 25:24 in Führung gegangen war. Sieben lange, lange Minuten blieben die Saulheimer ab Minute 50 dann ohne Treffer, in denen Rheintal genüsslich auf 29:25 davonzog und die Fans bereits vorzeitig den Auswärtssieg feierten. ,,Manchmal muss man auch anerkennen, dass eine andere Mannschaft besser gewesen ist", befand Kilz. Schließlich habe man nicht gegen irgendeine Mannschaft verloren.
Das ist wohl wahr. Wahr ist aber auch, dass die Saulheimer in der ersten Hälfte die Partie lange kontrolliert hatten. Auch da war´s kein handballerischer Leckerbissen gewesen, viele Fehler hatten die Partie geprägt, aber die SG setzte sich angeführt vom starken Kristian Jung immerhin mit Kampfkraft ab und führte in der 17. Minute mit fünf Toren Vorsprung (11:6), nachdem Benjamin Venter eines seiner neun Tore erzielt hatte. Dieser Vorsprung hielt bis zum 15:10 (23.) durch Patrick Mayr. Zur Pause war jedoch nur noch ein Zwei-Tore-Vorsprung übrig. ,,Die Rheintaler haben ihre Abwehr umgestellt", führte Kilz als Begründung an, dass immer weniger zusammenlief und der Vorsprung wegschmolz: ,,Wir haben deren 6:0-Abwehr einfach nicht mehr zum Laufen gekriegt." Über Außen oder den Kreis lief bei den Saulheimern nämlich dann so gut wie nichts mehr, weil auch der Versuch kaum noch unternommen wurde. Saulheim suchte sein Heil nur noch mit ,,Ballerei" aus dem Rückraum. Da hatte Rheintal einfach mehr zu bieten, war in den entscheidenden Momenten nicht nur ein bisschen glücklicher, sondern auch variabler. Ein Indiz: Während sich die Saulheimer Tore auf nur sechs Spieler verteilten, waren bei den Gästen zehn Spieler am Torreigen beteiligt. So entschieden die Gäste die zweite Hälfte mit 17:12 für sich. Die SG-Siegesserie riss deshalb verdient.
SG Saulheim: Radewald, Stengel, Maul, Lerzer, Rürup (2), Bach, Jung, Schuhmacher (5), Mayr (5), Venter (9), Hangen (5/5), Ickenroth (2).
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