Vom 17.03.2008
Die SG Saulheim wahrte durch ein 30:26 (14:10) über den SV Zweibrücken ihre Minimalchance für die Meisterschaft in der Handball-Oberliga. In einem schwachen Spiel beendete das Team von Karl-Peter Kilz die Siegesserie der Pfälzer letztlich doch souverän. Die vergangenen sieben Spiele hatte der Siebte gewonnen.
VonClaus Rosenberg
Trotz einer schwachen Trefferquote fuhr die SG Saulheim die notwendigen Punkte ein, um dem Führungsduo der Oberliga auf den Fersen zu bleiben. Eine Woche nach dem 34:37 gegen Illtal präsentierte sich der Dritte vor heimischer Kulisse wechselhaft. Zweimal spielte er einen Fünf-Tore-Vorsprung heraus, der allerdings immer wieder schmolz. Ihren Höhepunkt hatte die Partie rund um die 50. Minute, als die Gäste bis auf ein Tor herankamen und die Begegnung zu kippen drohte. In dieser Phase war die Paarung an Dramatik kaum zu überbieten. Ein Gefühl, auf das SG-Trainer Karl-Peter Kilz liebend gerne verzichtet hätte: "Es ist ärgerlich, dass wir so ein Spiel noch spannend machen", zürnte der Handball-Lehrer.
Einmal mehr offenbarte die SG Saulheim ihr Defizit im Angriff. "Das zieht sich seit einiger Zeit wie ein roter Faden durch unsere Spiele", analysierte Kilz. Woran es liegt, kann er nur vermuten: "Teilweise sind es Unkonzentriertheiten". Bis vors Tor klappe es ja prima. Doch scheine den Spielern nicht immer gegenwärtig, dass ein Spielzug erst dann erfolgreich abgeschlossen ist, wenn der Ball im Tor liegt, meinte er schmunzelnd.
Erschwerend kam am Samstag dazu, dass die Spieler ihre Hände nicht harzen durften. Ohne den Klebstoff, der das sichere Fangen des Balles unterstützt, explodierte bei beiden Mannschaften die Fehlerquote. "Das Harzverbot machte das Spiel zwei Klassen schlechter", grollte beispielsweise Patrick Mayr deshalb, in dieser Saison mit 125 Treffern der erfolgreichste Werfer im Dress der Rheinhessen.
Als Linksaußen war er besonders von dem klebstofffreien Handballspiel betroffen. "Es ist unter diesen Umständen von den Außenpositionen extrem schwierig, den Ball rumzuziehen, ihm den notwendigen Drall mitzugeben", erklärte er seine ungewohnt hohe Fehlwurf-Quote. Vier Tore steuerte der Linkshänder diesmal zum Gesamtergebnis bei.
Als generelle Erklärung für die Abschlussschwäche der SG taugt das Harzverbot allerdings nicht. "Vielleicht sind wir nicht frei im Kopf", vermutete Mayr. Die Aussicht, den Titel gewinnen zu können, sei schon eine spürbare Belastung. Und das, obwohl bei der SG Saulheim überhaupt kein Aufstiegsdruck herrscht. "Wenn es klappt, dann klappt es. Wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter", wiederholte Kilz, was alle wissen sollten.
SG Saulheim: Radewald, Stengel, Maul, Lerzer (1), Rürup (3), Bach (4), Jung (5), Schuhmacher (1), Mayr (4), Venter (5), Hangen (5/2), Schmidt, Ickenrodt (2), Kröhle.
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