Vom 19.11.2007
Die SG Saulheim hat im Spitzenspiel der Handball-Oberliga VTV Mundenheim mit 30:22 (12:10) aus der Ritter-Hundt-Halle getrieben. In der zweiten Hälfte waren die Hausherren die klar bessere Mannschaft gewesen und hatten dem bisher ungeschlagenen Tabellenführer so verdientermaßen die erste Niederlage beigebracht.
VonVolker Schütz
Als es vorbei war, flitzte SG-Abteilungsleiter Rudi Runkel zu Trainer Karl-Peter Kilb. Runkel, diesmal nicht mit dem Wischmob unterwegs, sondern als Zeitnehmer im Einsatz, umarmte den Coach und gratulierte. ,,Hoffentlich sehen wir heute ein schönes Handballspiel", hatte Runkel vorher gesagt. Ob es schön war, was die 350 Zuschauer inklusive des Mainzer Oberbürgermeisters Jens Beutel gesehen hatten, sei dahingestellt. Aus Sicht der Hausherren war es jedenfalls ein höchst erfolgreicher Abend gewesen. ,,Jetzt haben wir uns unser Bier verdient", strahlte Kilz nach eingehender Analyse der Partie. Wie auf Kommando erschienen kurz darauf Thomas Runkel und Regis Feddersen, die beide seit diesem Jahr ,,nur noch" in der zweiten SG-Garnitur wirken, mit jeweils einer Kiste ,,unterm Arm". Nach einem solchen Sieg gegen Mundenheim mundet Bier noch mal so gut.
Dabei hatte es zunächst überhaupt nicht nach einer so klaren Angelegenheit ausgesehen. Beide Abwehrreihen standen prächtig, dahinter jeweils mit Marcus Ferber (Mundenheim) und Sascha Radewald (SG) zwei Keeper, die so schnell nicht zu überwinden waren. So taten sich die Angriffsformationen schwer - nach neun Minuten hieß es erst 2:2, nach zwölf schoss Bodo Bach zur ersten Saulheimer Führung ein (4:3), ehe Mundenheim noch einmal mit 9:8 vorne lag (24.). Es sollte die letzte Gäste-Führung bleiben, auch wenn es bis zur Pause ein offenes Rennen blieb.
,,Es war klar, dass unser Rückraum treffen muss", sagte Kilz, ,,das ist in der zweiten Halbzeit dann auch passiert." Während sich Benjamin Venter vor dem Wechsel noch Zurückhaltung auferlegt hatte, traf er nach der Pause fast nach Belieben. Dazu noch Patrick Mayrs Tempogegenstöße und Uli Hangens Treffsicherheit von der Siebenmeterlinie - so wurde den Mundenheimern der eine Zahn gezogen, den zweiten bissen sie sich an der SG-Abwehr aus. In der 39. Minute waren es so schon fünf Tore Vorsprung (18:13), in der 52. Minute erstmals sieben (26:19). Als der Gast eine Minute später auf 21:26 herankam und Venter sich obendrein eine Zeitstrafe einhandelte, wurde Kilz am Rande plötzlich richtig laut. Hoppla! Kilz: ,,Da hatten einige bei uns das Spiel schon abgehakt. Das geht nicht. So eine Partie muss man konsequent durchspielen. Schließlich zählt im Handball auch der direkte Vergleich", begründete der SG-Coach sein lebhaftes Einschreiten mit Blick in die Zukunft. Und legte auch gleich noch den Finger in eine, wenn auch an diesem Abend verkraftbare Wunde: ,,Wenn wir unsere Chancen nutzen, die wir uns herausgespielt haben, gewinnen wir mit 15 Toren Differenz." Für das Rückspiel wäre dies nicht verkehrt gewesen.
Das hatte offenbar auch der Gast bemerkt, bei dem einigen in der Schlussphase die Sicherung durchbrannte. Als Matthias Röder den schnellen Mayr gegen die Wand stieß, was der Saulheimer glücklicherweise ohne Verletzung überstand, gab es zurecht kurz vor Schluss die Rote Karte für den Pfälzer. Gut, dass ein so starkes Schiedsrichtergespann in Saulheim pfiff. Die Saarländer Martin Eckert/Torsten Towae hatten alles im Griff.
SG Saulheim: Radewald. Stengel, Maul (1), Lerzer (1), Rürup (2), Bach (1), Jung (3), Schuhmacher (3), Mayr (7), Venter (7), Hangen (5/5), Kröhle.
Bericht aus Mundenheim (Homepage):
Erstmals in dieser Saison kehren die Oberliga Handballer der VTV Mundenheim ohne Punkt von einer Auswärtsreise zurück. Für die Jungs von Coach Michael Pfeil gab es bei der SG Saulheim nichts zu holen und hatten deshalb "nur" eine 30:22 Niederlage im Gepäck. Zu diesem Spiel hoffen "unsere Jungs" wieder auf ihre Unterstützung und zahlreiche Zuschauer. Auch wünshcen wir unseren Gästen aus Saarburg eine gute und sichere Anreise.
Tabellendritter gegen Tabellenführer, so lautete die Konstellation vor dem heuigen Spieltag. So fanden mehr als 300 Zuschauer den Weg in die Saulheimer Ritter-Hundt-Halle. Auch der Mundenheimer Anhang wollte sich dieses Spiel nicht entgehen lassen und so reisten 50 "Schlachtenbummler" nach Saulheim um ihr Team zu unterstützen. Beide Mannschaften begannen sehr nervös, was dazu führte, dass es nach zehn Minuten erst 3:2 stand. Gerade in den ersten 25 Minuten waren sich beide Mannschaften ebenbürtig. Der Zwischenstand von 10:10 resultierte vor allem aus bärenstarken Torhütern und mangelnder Chancenverwertung. Vor allem Marcus Forler im Kasten der VTV sicherte den VTV-Akteuren zu diesem Zeitpunkt einen nicht zu großen Rückstand und verbarg somit die durchweg löchrige Abwehr der "Hornissen". In der 24. Minute konnte Kim Höger, diesmal bester Torschütze der VTV, seine Jungs letztmals in diesem Spiel in Front schießen. Ab diesem Zeitpunkt jedoch nahm das Elend seinen Lauf. Zwei vermeidbare Fehler im Angriffsspiel der "Munnremer" ermöglichten den Saulheimern eine zwei Tore Führung zur Halbzeit. Die mitgereisten Fans der VTV hofften vergebens auf eine Besserung in Durchgang zwei. Ganz im Gegenteil: die Abwehr wurde immer mehr zum "Schweizer Käse" und die Angriffsreihen trafen immer mehr "alles nur nicht das was sie eigentlich sollten". Zu diesem Zeitpunkt merkten die Saulheimer Fans , dass der Tabellenführer wohl nicht mehr so leicht zu stürzen sein wird wie in dieser Phase des Spiels kurz nach der Halbzeit. So setzten sie gegen die wiedereinmal gute Stimmung aus den Mundenheimer Reihen alles was Lärm macht. Spätestens ab Minute 40 war dann der letzte Funke Hoffnung der VTV erloschen dieses Spiel noch zu drehen, da die SG zum ersten Mal mit vier Toren in Front ging. So kam es, dass die Abwehr noch löchriger wurde, das Angriffspiel noch ungenauer und der Frust der Jungs um Kapitän Erik Schwind nur noch größer. Tor um Tor zog nun die SG Saulheim davon und stellte durch viele leichte, aber auch schön herausgespielte Tore den 30:22 Endstand her. "Eine auch in dieser Höhe verdiente Niederlage", resümierte Patrick Horlacher etwas frustriert "aber vielleicht kam diese Niederlage auch zum rechten Zeitpunkt um einer Art von Überheblichkeit vorzubeugen." Durch diese Niederlage mussten die "Munnremer" ihren Platz an der Sonne jedoch noch nicht räumen. Mund abwischen und volle Konzentration auf das schwere Heimspiel gegen Fortuna Saarburg muss nun die Devise für die kommende Woche sein. Ohne eine deutliche Leistungssteigerung in Abwehr und Angriff wird diese Partie zu einer verdammt engen Kiste.
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