Vom 21.04.2008
Für die Handballer der SG Saulheim läuft´s wie geschmiert. Wenn da nicht mit HF Untere Saar eine Mannschaft wäre, die weniger Minuspunkte auf dem Oberliga-Konto vorzuweisen hätte. Dabei bleibt´s auch nach dem 38:30 (21:12)-Erfolg zu Hause gegen die SGH St. Ingbert. Die Untere Saar ist vorne, Saulheim lauert dahinter.
VonVolker Schütz
Wie das mit dem Aufsteigen funktioniert, das jedenfalls hat am Samstag die zweite Saulheimer Garnitur vorgemacht. Durch einen 39:27-Heimerfolg gegen HSC Ingelheim ist der SG der Sprung in die Rheinhessenliga geglückt. Bierseelig feierte die Zweite im Ritter-Hundt-Zentrum, während sich die Mannschaft von Trainer Karl-Peter Kilz noch mit den saarländischen Gästen auseinander setzen musste. Gefeiert wurde außerdem bei Spielern und Verantwortlichen der B-Jugend, die tags zuvor durch ein 22:19 gegen HSG Worms in der Qualifikationsrunde zur Regionalliga den zweiten Sieg im zweiten Spiel eingefahren hatte. Die Tür zum Aufstieg für das Team des Trainertrios Markus Herberg, Michael Kuntz und Sven Stengel steht somit sperrangelweit offen.
Jedenfalls offener, als die Tür zum Regionalliga-Aufstieg für die erste Garnitur. Die ließ zwar gegen St. Ingbert überhaupt nichts anbrennen, aber was dieser deutliche Sieg bringen wird, wird erst in der Endabrechnung zu erkennen sein. Saulheim hat zwar bei der Unteren Saar gewonnen und zu Hause gegen den designierten Aufsteiger 30:30 gespielt, aber ansonsten haben sich die SG-Cracks eben mehr Aussetzer erlaubt als der Konkurrent. So etwas wie eine Niederlage beim damaligen Schlusslicht Homburg widerfuhr dem Tabellenführer nicht.
Gegen St. Ingbert jedenfalls brannte diesbezüglich bei der SG nichts an - und dies wurde dem Gast recht schnell verdeutlicht. Kilz hatte im Vorfeld der Partie Tempohandball versprochen. Und dieses Versprechen löste die Mannschaft ohne mit der Wimper zu zucken ein. Über ein 7:4 (12.) führte die Heimmannschaft nach 20 Minuten erstmals mit fünf Toren Vorsprung (13:8). Stark in dieser Phase Benjamin Venter, der auch als Vorbereiter glänzte. Als Marco Maul mit seinem zweiten Treffer den 21:12-Halbzeitstand erzielte, waren es bereits neun Treffer. Im Grunde konnte sich das Gastgeberteam nach einer starken Vorstellung bis zu diesem Zeitpunkt in Halbzeit zwei eigentlich nur noch selbst schlagen.
Dies ließ die SG aber schön bleiben. Auch wenn Kilz bemängelte: ,,Die zweite Halbzeit war nicht so in unserem Sinne. In der ersten Halbzeit war´s okay, aber als wir dann plötzlich unsere ,Freien´ nicht gemacht haben, ist es noch mal eng geworden. Das hätte nicht sein müssen." Mit ,,eng" meinte der Coach den 31:25-Zwischenstand in der 50. Minute, als der Gast auf einen Sechs-Tore-Abstand verkürzt hatte, nachdem kurz zuvor Patrick ,,Pawel" Mayr die Rote Karte nach seiner dritten Zwei-Minuten-Strafe gesehen hatte. Doch damit war´s auch genug des Widerstands: Uli Hangens drittes Feldtor (52.) schraubte den Abstand wieder auf acht Treffer. Damit war die Sache gelaufen und das Ziel erreicht, der Unteren Saar weiter im Nacken zu sitzen.
Bleibt noch eine Sache, die den Saulheimern gar nicht schmeckt. Linksaußen Patrick Mayr, bis vor der Partie mit 150 Treffern erfolgreichster Werfer in dieser Spielzeit, wird den Klub verlassen, wie er erst jetzt mitgeteilt hat. Er wechselt zur SG Wallau/Massenheim, so der finanziell ins Trudeln geratenen Zweitligist seine Lizenz erhält. ,,Sobald das geregelt ist, unterschreibt Pawel den Vertrag dort", berichtete SG-Abteilungsleiter Rudi Runkel nach dem ,,Schlag", der den Saulheimern durch Mayrs Entscheidung versetzt wurde. Mayr, der diesmal äußerst blass blieb, wird nicht so einfach zu ersetzen sein. So gute Linksaußen wachsen in Rheinhessen nicht gerade auf den ohnehin wenigen Bäumen. Nach Hangen, Maul und Henning Pulg verlässt mit Mayr der vierte Leistungsträger dieser Saison den Klub. Mayrs Abgang kommt dem Spatenstich einer Großbaustelle gleich, zumal auch Sven Lerzer dem Klub den Rücken kehren wird.
SG Saulheim: Radewald, Stengel, Maul (2), Rürup (7), Bach, Jung (5), Schuhmacher (6), Mayr (1), Venter (4), Hangen (7/4), Pulg (5), Schmidt (1).
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