Vom 11.02.2008
Die Oberliga-Handballer der SG Saulheim haben nach einem packenden Schlussspurt die zweite Mannschaft des Zweitligisten TSG Friesenheim mit 27:24 bezwungen, nachdem sie zur Pause noch zurecht mit 10:12 zurückgelegen hatten. ,,Bei so einem Spielverlauf kann man schon mal Herzklopfen haben", gestand SG-Trainer Karl-Peter Kilz später. Die Punkte schienen nämlich schon weg, ehe die Gastgeber die Partie in den letzten zehn Minuten drehten.
Von
Volker Schütz
Es war kein schönes Spiel, das die Zuschauer gesehen hatten, aber eines, das von der Spannung und einer enormen Härte geprägt war, die die beiden Referees Daniel Gräf und Dominik Risch aus dem saarländischen Wemmetsweiler mit ihrer Regelauslegung eher noch begünstigt hatten. Bei der ,,Prügelei" setzten sich die zunächst zaudernd auftretenden Saulheimer am Ende durch. Kurios, dass der SG die erste Führung in der 47. Minute gelungen war (20:19 durch Patrick Mayr), als sie sich in zweifacher Unterzahl befanden. Noch kurioser: Kaum waren die Hausherren wieder komplett, zogen die Pfälzer ihrerseits auf 22:20 weg.
Doch dann packte die SG wieder zu. Innerhalb von vier ,,wuchtigen" Minuten wurde die Partie schließlich entschieden: Henning Pulg verkürzte (52.), Sven Stengel hielt einen Siebenmeter des bis dahin treffsicheren Zweitliga-Akteurs Thomas Zellmer und im Gegenzug glich Gerrit Rürup aus. Im Minutentakt dann die Treffer durch Kristian Jung und Freddy Schuhmacher zum 24:22. Selten sind nach Toren oder gelungenen Abwehraktionen so viele geballte Fäuste der Saulheimer Spieler zu sehen gewesen. Es wirkte, als hätte die SG einen Stier an den Hörnern gepackt und zu Boden gerissen. ,,Die Jungs haben super gekämpft. Als die Abwehr gut gestanden hat, hat alles gepasst", freute sich Kilz. Natürlich, so Kilz, habe seinem Team auch das Glück zur Seite gestanden. Entscheidend sei aber gewesen, ,,dass wir in der zweiten Hälfte nicht mehr so viele Fehler gemacht haben."
Die hatte es im ersten Abschnitt nämlich zuhauf gegeben. Ob es aufkommende Frühjahrsmüdigkeit war oder die närrischen Tage noch nicht komplett verdaut waren, sei dahingestellt. Vielleicht steckte auch noch der Schock der Niederlage beim Schlusslicht in Homburg in den Knochen - jedenfalls lief zunächst überhaupt nichts zusammen. Als dann Uli Hangen noch zwei Siebenmeter verballerte, schien klar zu sein: Da geht heute nix. ,,Wir haben zu viel Ehrfurcht", brachte Abteilungsleiter Rudi Runkel zur Pause eine weitere Erklärungsvariante ins Spiel. Tatsächlich waren die Friesenheimer mit ihren drei Zweitligaspielern an Bord bis dahin viel präsenter gewesen.
In der Pause muss dann freilich irgendetwas passiert sein. Ein bekannter Fußball-Trainer soll ja schon mal einen Knallfrosch in der Kabine gezündet haben - was Handball-Kollege Kilz getan hat, möge sein Geheimnis bleiben. Zwei schnelle Tore nach dem Wechsel, die die SG erstmals ausgleichen ließ (31.), waren jedenfalls zu verzeichnen. Ob mit oder ohne Hokuspokus. Friesenheim schien freilich davon unbeeindruckt, bis die Saulheimer zum Schlussspurt ansetzten. ,,Das war heute ganz wichtig", jubelte Hangen. Und Kilz ergänzte: ,,Wenn wir so weiter kämpfen, braucht uns um die Zukunft nicht Bange zu sein."
SG Saulheim: Radewald, Stengel, Maul (1), Rürup (3), Jung (1), Schuhmacher (5), Mayr (7), Venter (1), Hangen (2), Schmidt, Ickenroth (4/1), Pulg (3).
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