Vom 14.01.2008
Eine proppenvolle Halle, ein verblüffend faires Spiel und ein verdienter Sieger: Beim ersten Aufeinandertreffen um Meisterschaftspunkte nach sieben Jahren lieferten die Handballer der TuS Wörrstadt und der SG Saulheim gute Oberliga-Unterhaltung. Die favorisierte SG setzte sich 29:23 (12:8) durch, auch wenn sie personell auf dem letzten Loch pfiff.
VonVolker Schütz
Elf Feldspieler hatte Saulheims Trainer Karl-Peter Kilz laut Spielberichtsbogen zur Verfügung, am Ende aber fuhren lediglich sieben den verdienten Derby-Erfolg ein - die anderen vier zum Teil erheblich angeschlagenen Cracks drückten in Wörrstadt lediglich die Bank. "Wir waren etwas verängstigt, weil uns die Alternativen gefehlt haben", atmete der Gästetrainer tief durch. "Für uns war es wichtig, dass wir das Spiel gewonnen haben und dass keine weiteren Verletzungen hinzugekommen sind." Zum Abschluss der Vorrunde wäre es fatal gewesen, wenn die ambitionierten Saulheimer ausgerechnet beim Aufsteiger gepatzt hätten, auch wenn mit Benjamin Venter, Christoph Bach und Marco Maul wichtige Spieler fehlten.
Die Hausherren hatten sich das Leben nämlich selbst schwer gemacht, weil sie viel zu viele Chancen vergeigten. Wörrstadts Trainer Fritz-Peter Schermuly haderte mit der Angriffsleistung seines Teams gerade im ersten Abschnitt: "Zwölf zu acht zur Pause eines Oberliga-Spiels - das sagt doch eigentlich alles." Wobei der Gast schon nach 20 Minuten mit vier Toren vorne lag - eine eigene Führung blieb den Hausherren in der Partie verwehrt.
"Es war schon immer sehr knapp", relativierte allerdings SG-Coach Kilz den Spielverlauf. So kam die TuS in der 36. Minute durch Michael Redigs Treffer zum 12:14 noch einmal bis auf zwei Tore ran, doch zwei Treffer von Uli Hangen innerhalb von einer Minute sorgten wieder für eine beruhigende Führung. Schermuly: "Uli Hangen haben wir ja teilweise aus dem Spiel nehmen können, aber Freddy Schuhmacher haben wir nicht in den Griff gekriegt." Der Linkshänder traf entweder selbst oder fand auch immer wieder den Weg zu Gerrit Rürup am Kreis, der die Wörrstädter dort richtig alt aussehen ließ. "Die haben uns zum Teil ausgespielt", so Schermuly, "so wie das bisher noch keine Mannschaft geschafft hat. Deshalb war für uns nicht mehr drin."
Auf der anderen Seite zeigte Sven Stengel mit ganz viel Routine, wie man einem Gegner den Zahn zieht. Wann immer es eng zu werden drohte, stand Stengel im Weg. "So riesig hat er gar nicht gehalten - wir haben ihn einfach immer wieder angeschossen", knurrte Schermuly. Im Gegensatz dazu gab´s von ihm ein Lob für TuS-Torhüter Nils Fischer, der den verletzten Tobias Völker ersetzte: "Nils war unser bester Mann." So hielt sich am Ende die Niederlage auch in Grenzen. "Hauptsache gewonnen", meinte Kilz.
TuS Wörrstadt: Fischer, Gruß (1), Redig (5), Wilitzki (2), Cieplinski, Marckardt (7/4), Zubeck, Gades, Engel (3), Egilmez (1), Hagelauer (2), Sahre, Hahn (2).
SG Saulheim: Radewald, Stengel, Rürup (7), Jung (3), Schuhmacher (5), Mayr (3), Hangen (5/2), Schmidt (1), Ickenroth (5).
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